Im Studio
Aus BasserWisser
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Einleitung
Irgendwann ist es immer mal soweit, man geht mit seiner Band ins Studio. Da es dort meist etwas anders zugeht als im üblichen Proberaum oder auf der Bühne, findet ihr hier einige wichtige Tipps, die es zu beachten gilt.
[Bearbeiten] Tipps für die Band
[Bearbeiten] Zeit ist Geld
Meistens sind Studio-Tage knapp und teuer, daher nehmt euch genau vor, was ihr schaffen wollt. Eher weniger Songs als zuviele. Jeder muss seine Parts gut beherrschen und die aufzunehmenden Songs sollten so gut wie komplett durch-arrangiert sein.
[Bearbeiten] Vorbereitung
Zuallererst muss klar sein, weshalb man ins Studio geht. Braucht man ein Demo um an Gigs zu kommen? Will man übers Internet CDs verkaufen? Oder will man einfach mal seine Musik festhalten, ohne irgendetwas damit vorzuhaben? Hier stellen sich schon die ersten Weichen für die Vorgehensweise. Ein Live Demo mit etlichen Overdubs und live nicht realisierbaren Spezialeffekten wird einen Veranstalter nicht interessieren. Aber dieser eine Sample der Fischerchöre kann auf der andern Seite die CD aus der Masse der andern herausheben. Eine Produktion, die alles abdeckt ist nicht unmöglich, aber gerade bei einem beschränkten Budget ist es sinnvoll, Schwerpunkte zu setzen.
[Bearbeiten] Click oder nicht Click
Soll dem Schlagzeuger ein Metronom in den Kopfhörer eingespielt werden? Dafür spricht, dass sich bei der Nachbearbeitung vieles vereinfacht. Man kann beispielsweise den genial groovenden Bass vom dritten Take mit dem ultimatven Gitarrensolo vom fünfhundertzweiundsiebzigsten Take verbinden. Gegen das Aufnehmen mit Click spricht, dass feine Schwankungen im Tempo zur Dynamik des Songs beitragen können. Auf jeden Fall ist davon abzuraten, im Studio zum ersten mal mit Click zu spielen, ohne vorher mit Click geprobt zu haben.
[Bearbeiten] Live oder nicht live?
Dies ist eine wichtige Entscheidung. Grundlegend bedeutet dies, entweder alles zusammen und gleichzeitig einzuspielen ("live" eben) oder jede Spur pro Instrument nacheinander einzuspielen. Vorteil des Live-Recordings ist, dass es meist lebendiger und authentischer klingt, da man eben eine Live-Performance auf Band festhält. Ist die Band gut eingespielt und relativ fehlerfrei kann eine solche Aufnahmeart schneller von statten gehen als das Aufnhemen der einzelnen Spuren. Ist dies nicht der Fall, kann das aber auch sehr viel länger dauern ;-)
Frühere Studioaufnahmen wie z.B. die der Motown-Ära wurden ausschließlich Live eingespielt mit allen Musikern in einem Raum. Durch die Erfindung der Mehrspuraufnahmegeräte kam dies zunehmend aus der Mode, wird aber immer noch eingesetzt (neuere Beispiele sind z.B Aufnahmen der Arctic Monkeys).
Nachteilig ist, dass man einzelene Spuren nicht mehr "einfach" so editieren kann und bei einem Fehler eines Musikers womöglich den ganze Take abbrechen muss. Vorteile des Einzelrecordings sind u.a. bessere Editierbarkeit, Nebengeräuschfreiheit und Arrangierbarkeit.
[Bearbeiten] Produzent?
Vielfach wird der Produzent auch als der Mann an den Reglern bezeichnet. Das ist nur dann richtig, wenn man diese Regler sinnbildlich meint. Physisch an den Reglern dreht der Engineer (Wörtlich aus dem Englischen übersetzt: Maschinist). Auch wenn Engineers und Produzenten oft in Personalunion anzutreffen sind, lohnen sich für die Band ein paar Gedanken zu dieser Arbeitsteilung. Die Aufgabe des Produzenten ist es, schon bevor das Studio gebucht ist, eine Vision zu haben wohin die Reise gehen soll. Er entspricht dem Architekten im Bauwesen, dem Kapitän auf dem Schiff. Diese Aufgabe kann ein Bandmitglied haben, die Band als Kollektiv oder jemand aussenstehendes. Wichtig ist, dass sie jemand hat. Einer der häufigsten Gründe, weshalb Produktionen enttäuschend ausfallen ist, dass jeder seinen Job gemacht, aber niemand sich verantwortlich gefühlt hat.
[Bearbeiten] Multitrack
Soll man Spur nach Spur oder alles gleichzeitig aufnehmen? Wenn eine Band wirklich wie aus einem Guss daherkommt, wäre es fatal, sie durch die Track by Track Methode zu zerpflücken. Auf der andern Seite gibt es zahlreiche Bands, denen diese "aus einem Guss" - Qualität fehlt. Die können von der analytischen Vorgehensweise, eine Spur nach der andern aufzunehmen profitieren. Bei dieser Entscheidung ist Ehrlichkeit mit sich selbst gefragt; Oder man lässt sie von einem aussenstehenden Producer fällen.
[Bearbeiten] Tipps für den Bassisten
[Bearbeiten] Equipment I
Benutze nur zuverlässiges Equipment. Bestehe nicht darauf, daß deine Box/dein Amp benutzt wird, wenn sich rausstellt, dass er rauscht wie blöd. Kabel sind meistens direkt im Studio vorhanden. An Stimmgerät, Ersatzsaiten, Pleks, Werkzeug... solltest du aber unbedingt selbst denken.
[Bearbeiten] Reicht eine Spur für mich?
Eine DI-Spur ist immer eine gute Idee, wenn nicht sogar "standard".
Optimal sind allerdings drei Spuren:
- direkt ins Pult
- Post-EQ aus dem Amp-DI (falls vorhanden)
- Mikrofon vor der Box
So ist das Singal sehr gut abstimmbar und für alle Situationen passend. Diese Art ist - abgesehen von der Kabellegerei - nicht mit Mehraufwand bei der Aufnahme verbunden, da man ja alles gleichzeitig abnehmen kann.
Achtet darauf, dass Euer Signal so neutral und unverfälscht beim Mischpult ankommt, denn so fällt es dem Mischer leichter etwas unpassendes wegzuregeln. Andersrum wirds nämlich schwer: was an Frequenzmaterial nicht da ist, kann der Mischer auch nicht herzaubern.
[Bearbeiten] Instrumenten-Setup
Im Studio kommen manch erstaunliche Fehler und Fehleinstellungen, was die Intonation betrifft, zu Tage. Man kann mit einem Instrument schon jahrelang auf Bühnen unterwegs gewesen sein, ohne daß es auffällt. Im Studio hört man sowas gnadenlos. Also vorher unbedingt nochmal checken! Wenn nicht selbst, dann zum Gitarrenbauer deines Vertrauens.
[Bearbeiten] Saiten
Neue Saiten sind immer eine lohnende Investition. Denke aber daran, immer einen Satz Ersatzsaiten (der gleichen Sorte!) dabeizuhaben! Aber daran denken: Saiten frisch aus der Verpackung verstimmen sich gern. Also nach dem aufziehen, gut dehnen! Oft wird empfohlen, neue Saiten vor dem Recording 2 oder 3 Tage einzuspielen, um beim Aufnehmen einen optimalen Sound und Stimmstabilität zu erzielen.
[Bearbeiten] Irgendwie fühle ich mich beim Einspielen per Kopfhörer unwohl, was soll ich tun?
Ein Grund könnte sein, dass Dir die "Rückenmassage" der Box fehlt. Sog. Bass-Shaker, die auch der eine oder andere Schlagzeuger benutzt, können da helfen, oder du setzt dich einfach auf deine Box beim Spielen. Hilfreich ist auch, vor der Studiosession intensiv mit Kopfhörern zu üben.

